Lediglich zwischen 80 und 100 Antifaschisten versammelten sich am 8. Mai am Rindermarkt, um die sogenannte „Befreiung vom Nationalsozialismus“ zu feiern. Anhand der Demonstration, welche über das Glockenbachviertel zum Marienplatz führte, konnte deutlich der derzeitig miserable Zustand der Münchener Antifa-Szene beobachtet werden. Neben diversen Münchener Antifa-Gruppen mobilisierte u. a. die Infogruppe Rosenheim, die SDAJ München, die Grüne Jugend München und die Linksjugend ['solid] zu der Demonstration. Um die niedrige Teilnehmerzahl zu beschönigen, geben die Veranstalter diese auf linken Internetseiten mit 150 Personen an.

Mobi-Plakat
In den vergangenen Jahren konnte vermehrt beobachtet werden, dass die Münchener Antifa-Szene ohne auswärtige oder parteiliche Unterstützung relativ handlungsunfähig ist. Die 8.-Mai-Demo stellt ein relativ gutes Beispiel dar, da über zehn Gruppierungen zu der Demonstration aufriefen und sich lediglich einige Dutzend Antifaschisten am Rindermarkt einfanden. Es ist kein Zufall, dass die Antifaschisten meistens das Gebiet um das Glockenbachviertel als Aufmarschgebiet wählen. In diesem Stadtteil existiert ein vergleichsweise aktionistischer, lokal verankerter Teil der linken Szene Münchens. Charakteristisch für das Glockenbachviertel ist die enorme Präsenz von linken Aufklebern, Sprühereien oder Mobi-Plakaten. Positiv ist hier jedoch anzumerken, dass auch in diesem Stadtteil antifaschistische Propaganda wesentlich schneller als in der Vergangenheit entfernt wird.
Ein weiterer Brennpunkt der linken Szene ist die Umgebung um das Kafe Marat. Hier kommt es immer wieder zu Straftaten bzw. Trainingseinheiten für rechtwidrige Blockaden von nationalen Veranstaltungen. Schon mehrmals hatte die Polizei in den Räumen des Marat in den letzten Jahren Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei u. a. mehrere Ausgaben der linksterroristischen Zeitschrift INTERIM gefunden. In dieser verbotenen Zeitschrift finden sich immer wieder Anleitungen zum Bau von Brandsätzen und Bomben.
Es ist dann auch nicht weiter verwunderlich, dass in der Nacht vom 20. auf den 21. Mai 2011 am Münchner Südbahnhof, also in unmittelbarer Nähe des Kafe Marat, ein Bundeswehrfahrzeug angezündet wurde. Oder dass vom 6. auf den 7. Dezember des gleichen Jahres am Prinzregentenplatz drei Polizeiautos ausbrannten. Der immense Schaden belief sich alleine bei den Polizeiwagen auf 150.000 Euro. Dies alles „zufällig” kurz vor einer Demonstration der linksextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten antifa.nt, die auch regelmäßig Räumlichkeiten im Kafe Marat nutzt. Die Stadt München unterstützt derartige kriminelle Machenschaften mit Zuschüssen in Höhe von über 10.000 Euro.
„AntiDs“ vs. „Antiimps“ – Tumulte während der Demonstration
Während der Demonstration konnte ein handfester Konflikt innerhalb des Demonstrationszuges beobachtet werden, als sich einige Teilnehmer weigerten, das Schwenken von Nationalfahnen der Alliierten und Israels zu unterlassen. Bereits seit Jahren besteht ein kurioser „Fahnenstreit“ zwischen Antideutschen und Antiimperialisten innerhalb der Antifa-Szene. Diese Strömungen bezichtigen sich gegenseitig des Antisemitismus bzw. Nationalismus. Bei unzähligen Demonstrationen der linken Szene kam es aufgrund dieses Konflikts bereits zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Gruppierungen.
Antideutsche unterstellen allen Deutschen Antisemitismus, Islamophobie und den Wunsch nach Großmachtstreben. Weitere Kennzeichen sind die bedingungslose Solidarität mit Israel und die Ablehnung Palästinas. Die USA verdienen antideutscher Auffassung nach besonderen Dank, da diese Deutschland vom Nationalsozialismus befreit hätten und Israel schützen. “Antideutsche” Autonome agitierten beispielsweise bei Gedenktagen zur Bombardierung Dresdens im Frühjahr 1945 mit Parolen wie “Keine Träne für Dresden” und “Deutsche Täter sind keine Opfer”. Zynisch forderten sie mit Blick auf den alliierten Protagonisten der Flächenbombardements im zweiten Weltkrieg: “Bomber-Harris – do it again!”
Antiimperialisten („Antiimps“) hingegen unterstellen insbesondere den kapitalistischen Staaten wie der USA das Streben nach Hegemonie und sehen darin die Ursache für imperialistische Kriegszustände. Sie machen den Kapitalismus für alle negativen Zustände der Welt verantwortlich und bekämpfen vornehmlich den Staat und internationale Konzerne. Als Beispiel für eine derartige Gruppierung kann in München die sogenannte „Antikapitalistische Linke“ genannt werden.
Dem antifaschistischen Treiben entgegensetzen!
Seit dem vergangenen Jahr hat sich einiges getan – wurde die Problematik lange ignoriert, machte man durch vermehrte Aktivitäten gegen diese aufmerksam. Es ist unerlässlich, dass sich eine breite nationale Bewegung dem antifaschistischen Treiben in einigen Münchener Stadtteilen entgegensetzt, konkrete Ansatzpunkte hierfür sind die Kenntnis über Akteure, die Organisation und die Ideologie.


















